Natalie Klitschko singt am 26.4.2014 ukrainische Nationalhymne zum WM-Kampf ihres Schwagers

Am kommenden Samstag bestreitet Wladimir Klitschko bereits den 25. WM-Kampf seiner so erfolgreichen Karriere. In Oberhausen muss der kürzlich 38 Jahre alt gewordene Champion zu einer Pflichtverteidigung seines WBO-Gürtels gegen den Australier Alexander Leapai antreten.

Der Respekt vor seinem Gegner ist wie immer groß, wenn auch nicht uneingeschränkt: „Von Taktik, Strategie und Technik hat er meiner Meinung nach wenig Ahnung. Alex ist ein wilder Schläger von brachialer Gewalt. Das macht ihn erfolgreich und gefährlich zugleich“.

Die Vorbereitung auf seinen Jubiläums-WM-Fight war maßgeblich geprägt von den unruhigen politischen Verhältnissen in der Ukraine. Seit Monaten kämpft Bruder Vitali dort für einen demokratischen Machtwechsel, derzeit haben sich die besorgten Blicke Wladimirs wie die der Weltöffentlichkeit vom Kiewer Maidan-Platz hin in die Ostukraine verlagert.

„Ich bin mit dem Kopf in der Ukraine und mit dem Körper in der Vorbereitung. Das passt eigentlich nicht gut zusammen, aber es klappt doch ganz gut, mich auf den Kampf zu fokussieren“ – so umschreibt Wladimir Klitschko den Zwiespalt, in dem er sich derzeit befindet. „Ich mache mir wahnsinnige Sorgen um das Land, die Bürger und auch um meinen Bruder Vitali. Angst habe ich nicht, denn am Ende werden sich die Dinge zum Guten entwickeln. Der Boxring ist meine Bühne. Ich möchte sie am Samstag nutzen, um etwas für meine Landsleute zu tun.“

Sollte es bis dahin keine außergewöhnlichen Zwischenfälle geben, wird Vitali Klitschko wie gewohnt in der Ringecke stehen, um von dort aus seinen Bruder anzufeuern. Für die Dauer des Kampfes wird der zum unermüdlichen politischen Kämpfer gewordene Ex-Weltmeister wieder als Sekundant seines Bruders in seinem sportlichen Element aufgehen können. Zu einem emotionalen Höhepunkt des Abends könnte das Absingen der ukrainischen Nationalhymne unmittelbar vor Kampfbeginn werden. Interpretin ist Natalie Klitschko, die mit ihrem Auftritt sowohl ihren Schwager Wladimir als auch ihren Ehemann Vitali unterstützen will.

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Unterstützung ganz anderer Art erfährt der in Samoa geborene Alex Leapai, wenn er in die Arena einmarschiert. Fünf Samoaner werden für ihn den berühmten Haka aufführen, einen traditionellen Maori-Kriegstanz, der Gegner vor einer kriegerischen Auseinandersetzung einschüchtern soll. Die australische Hymne singt ein ursprünglich aus Polynesien stammender und inzwischen in Hamburg beheimateter Musical-Sänger.

Alle Auftritte sind Teil der aufwändigen RTL-Inszenierung vor dem Kampf, deren Bilder – inspiriert durch die außergewöhnliche Form der Oberhausener Arena – auf eine riesige, 24 x 14 Meter große Leinwandfläche projiziert werden. Neben Reportagen von der Vorbereitung der beiden Kontrahenten wird filmisch und in Gesprächen auch die Zerrissenheit der Klitschko-Brüder zwischen Sport und Politik thematisiert. Den Showact des Abends bestreitet die deutsche Rockband SCORPIONS. Aus ihrem aktuellen Album präsentieren die sieben Bandmitglieder nebst acht Geigerinnen und einem 20-köpfigen Chor den Song „The best is yet to come“.

Im Anschluss an den von Florian König moderierten Kampfabend (Kommentator: Tobias Drews) zeigt RTL um 00:30 Uhr die Reportage „Vitali Klitschko – Der Champion und sein härtester Kampf“. Autor Michael Niermann hat den 43-Jährigen dazu mehrmals in der Ukraine besucht und ihn bei seinen rastlosen öffentlichen Auftritten und dem Spagat zwischen Politik und Privat begleitet.




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