„Wer wird Millionär? – Prominentenspecial“ 2.6.2014 – Interview mit Waldemar Hartmann!

Montag, 2. Juni 2014
20:15

„Wer wird Millionär? – Prominentenspecial“ 2.6.2014 – Interview mit Waldemar Hartmann!

„TV-Blamage des Jahres“ hieß es ja in den Medien, Herr Hartmann…?
„Des Jahres?! – „Allerzeiten“ hieß es. Also 60 Jahre Fernsehen.“

Steckt es Ihnen noch sehr in den Knochen?
„Nicht nur in den Knochen, es steckt überall. Ich hatte ja vor zehneinhalb Jahren ein Ereignis mit Rudi Völler. Seitdem war ich „Weißbier-Waldi“ und alle Menschen haben mich – egal wo – auf Weißbier angesprochen. Das hat sich jetzt verändert. Weißbier ist zwar noch im Spiel, wird aber mit meiner Gedächtnislücke in Verbindung gebracht. Da heißt es im Flieger schon mal: „Ah, drei Weißbier zu viel gehabt?“. Damit musst du leben, wenn du die Arschkarte ziehst.“

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Jetzt trauen Sie sich dennoch in die Sendung. Haben Sie lange überlegt, als die Anfrage kam?
„Ich kenne Günther Jauch nun seit 35 Jahren. Wir haben damals nach der Sendung telefoniert und er sagte: „Natürlich weiß ich, dass du das gewusst hast. Jetzt weißt du, wie die Leute sich hier auf dem Stuhl fühlen.“ Daraufhin habe ich zu ihm gesagt: „Günther, ich saß nicht mal auf dem Stuhl. Ich war am Telefon, und zwar für 25 Sekunden“. Dann hat er mir geraten: „Wenn das mit dem Weißbier nicht mehr weiterhilft, dann versuch‘s mal mit Tai Ginseng“. Bislang bin ich zwar noch nicht umgestiegen, aber als RTL mich angerufen hat, dachte ich mir: „Am besten kannst du dich rehabilitieren, indem du dahingehst und mit 500 Euro rausgehst. Die brauch‘ ich danach nämlich für meine eigene Reha.“

Wollen Sie den Leuten jetzt zeigen, dass Sie gar nicht so schusselig sind und sich revanchieren?
„Ich glaube, es wäre das allerdümmste, sich so unter Druck zu setzen. Dann bin ich wirklich bei 500 Euro raus. Ich bin total gelassen hierher gefahren, denn was ich nicht weiß, lerne ich auch nicht mehr in zwei Wochen. Das war schon in der Schule so – Ich habe die Vokabeln in Latein von Anfang an nicht gelernt. Da sagte der Lehrer zu mir: „Ich kann mit dir nicht Caesar übersetzen, wenn du deine Vokabeln nicht lernst“. Deshalb muss ich darauf setzen, dass ich ein bisschen Allgemeinwissen einbringen kann, und dass ich mit Harald Schmidt einen glänzenden Allround-Joker habe. Dem habe ich auch schon gesagt: „Langer, ich ruf dich auf jeden Fall an. Und dann blamierst du dich mal. Dann weißt du auch mal, wie das so ist“. Ansonsten ist auch noch das Publikum da und ein hoffentlich gnädiger Günther Jauch. Sonst droh‘ ich ihm mit Geschichten aus der Jugend und dann ist er auf Seite Eins ins der Bild.“

Haben Sie Angst vor einer erneuten Blamage?
„Angst vor einer Blamage habe ich nicht. Ich schaue mir die Sendung hin und wieder an und denke mir manchmal: „Boah, das hätte ich gewusst!“. Was man alles nicht gewusst hätte, vergisst man ja auch ziemlich schnell wieder. Aber ich glaube, man kann sich bei „Wer wird Millionär?“ nicht blamieren, denn, wenn man etwas nicht weiß, ist das einfach so. Andere Dinge hätte ich gewusst. Deswegen war dieser Gedanke gar nicht im Spiel. Das ist so, wie bei Jogis Jungs: Wenn du nach Brasilien fliegst und dich auf dem Weg dorthin schon fragst: „Was ist denn, wenn wir in der Gruppenphase rausfliegen?“, dann bleibst du besser gleich zuhause. Ich bin eher derjenige, der sagt: „Jawohl, die Million ist schon da. Ich verteil‘ sie schon mal“. Aber leider wird es wohl nicht so kommen. Ich möchte es einfach möglichst weit schaffen und hoffe, dass diejenigen, für die ich das mache, im Nachhinein auch mit mir zufrieden sind.“

Fußball ist ja Ihre Stärke – normalerweise zumindest. Wo liegen Ihre Schwächen?
„Das sind die Schwächen, die ich schon in der Schule hatte – Physik, Chemie und Mathematik. Das waren für mich Böhmerwälder und Labyrinthe. Das war eine unbekannte Welt. Manche Lehrer haben es gut gemeint und versucht, mir das zu erklären, aber es blieben unbekannte Welten. Also aus diesem Bereich bitte nichts!“

Haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?
„Um das Klischee zu bedienen, könnte ich ja jetzt sagen: Ich habe jeden Abend drei Weißbier getrunken, damit ich ruhig schlafen kann. Aber nein, ich habe mich nicht vorbereitet, weil ich gar nicht wusste, wo ich anfangen soll. Soll ich Wikipedia von A bis Z studieren, soll ich den Duden durchlesen oder soll ich Geographiebücher studieren? Chemiebücher brauche ich nicht zu lesen, da kann ich auch gleich ein chinesisches Buch lesen und würde genauso viel verstehen. Also Vorbereitung gleich null, aber dafür großer Glaube an mich selbst.“

Wird es vor oder nach der Sendung ein Weißbier geben?
„Vorher gibt es nur Wasser. Ich will da ohne Doping reingehen. Danach ist es dann so spät, dass die Weißbierzeit vorbei ist. Dann ist Bar angesagt, und zwar Wodka mit Eis.“