Auf der alten Salzstraße und dem Schmugglersteig im Tannheimer Tal

Wege, die Geschichte machten und heute Geschichten erzählen
Auf der alten Salzstraße und dem Schmugglersteig im Tannheimer Tal

Das weiße Gold aus Hall war heiß begehrt. Der Salzhandel von Hall in Tirol Richtung Allgäu und Bodensee führte bis in das 19. Jahrhundert durch das Tannheimer Tal. Wo früher die Pferde schwer beladene Karren mit Salzfässern bergauf zogen, befindet sich heute ein eindrucksvoller Wanderweg durch die malerische Gaichtschlucht. Und das ist nicht die einzige Wanderung im Tannheimer Tal, die mit spannenden Geschichten verbunden ist.

Salz aus der Stadt Hall bei Innsbruck war im Mittelalter ein gefragter Rohstoff. Es wurde als Gewürz ebenso geschätzt wie als Konservierungsmittel. Ab dem 15. Jahrhundert blühte der Handel mit dem Salz aus Hall auf und verschaffte dem Tannheimer Tal einen enormen Aufschwung. Die Händler transportierten ihre Ware auf der Salzstraße über den Fernpass bis Reutte, dann durch das Lechtal und nutzten schließlich die direkte Verbindung durch das Tannheimer Tal Richtung Allgäu.

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Anfangs führte nur ein schmaler, steiler Karrenweg von Weißenbach hinauf ins Tannheimer Tal, was den Transport durch die Gaichtschlucht zum Gaichtpass sehr beschwerlich machte. Die Situation hat sich deutlich verbessert, als Erzherzog Sigmund von Tirol, Mitte des 16. Jahrhunderts eine Fahrstraße über den Gaichtpass bauen ließ. Damit wurde die Fahrt durch das Tannheimer Tal für die Händler besonders attraktiv und entlang des Weges konnten die Einheimischen gute Geschäfte machen. Haller am Haldensee wurde damals zu einer wichtigen Station. Dort wurden bis zu 80 Vorspannpferde gehalten und neben der Strecke Weidegehege zur Versorgung der Pferde angelegt. Im Dorf selbst gab es einen dreistöckigen Salzstadel und bis 1780 ein Zollamt, das dann nach Vilsrain bei Schattwald verlegt wurde. Zahlreiche Schanklokale im Tannheimer Tal lebten von den Händlern.

Jeden Tag plagten sich 300 Pferde durch die Gaichtschlucht
Der Handelsweg durch das Tannheimer Tal entwickelte sich so prächtig, dass es bis Mitte des 17. Jahrhunderts Streitigkeiten mit dem Bischof von Augsburg gab, weil es in dessen Gebiet zu starken Ausfällen der Mautgebühren kam. Von Oktober 1661 bis Oktober 1662 wurden
15.850 Fässer Salz von Reutte nach Nesselwängle geliefert. Neben dem kostbaren Salz wurde zum Beispiel auch Wein durch das Tannheimer Tal transportiert. Jeden Tag waren etwa 300 Pferde auf der Strecke unterwegs, um all die Fässer zu befördern. Als 1756 eine neue Straße in den Fels gesprengt wurde, gestaltete sich der Weg durch das Tal nochmals deutlich einfacher und schneller. Aber durch den Ausbau des Schienen- und Straßennetzes kam der Salzhandel Mitte des 19. Jahrhunderts im Tannheimer Tal allmählich zum Erliegen.
Durch die Schlucht ins Lechtal, mit dem Bus zurück nach Nesselwängle
Eine der spektakulärsten Passagen der alten Salzstraße ist heute ein eindrucksvoller Themenwanderweg. Start ist in Nesselwängle, wo damals die Fuhrwerke Station machten und Salz zwischengelagert wurde. Danach führt der Weg über idyllische Bergwiesen zum Gaichtpass, quert die Straße und passiert dann die malerische Gaichtschlucht hinunter in das Lechtal nach Weißenbach. Wo sich früher die Händler mit ihren schwer beladenen Karren bergauf kämpften, können Wanderer heute ganz den abwechslungsreichen Weg genießen, den Blick über die Wiesen und Wälder streifen lassen und unterwegs Rehen oder Hirschen begegnen. Zurück nach Nesselwängle geht es auf derselben Route oder bequem mit dem Bus bis zur Haltestelle Nesselwängle Rauth. Die Gehzeit beträgt einfach rund eineinhalb Stunden. Hin und zurück ist mit etwa drei bis vier Stunden zu rechnen.

Die alte Salzstraße ist nicht die einzige Wanderung auf historischen Wegen im Tannheimer Tal. Der Schmugglersteig vom Wannenjoch zum Iseler war früher eine abenteuerliche Route für die Schwärzer, wie die Schmuggler damals wegen ihrer dunklen Tarnung genannt wurden. Abenteuerfeeling bietet er auch heute noch, wenn die Gäste schon an der Talstation der Wannenjochbahn vom Schwärzer empfangen werden und entscheiden können, ob sie unterwegs Schmuggler oder Grenzwärter spielen wollen. Ein echtes Erlebnis für Jung und Alt.

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