Winterwandern in Pfronten im Allgäu

Von Dezember bis März lernen Wanderer Pfrontens Geschichte und Kultur auf acht neuen abwechslungsreichen Winterwanderwegen kennen

Von gemütlich über familienfreundlich bis hin zu anspruchsvoll und sportlich: Das Pfrontner Winterwanderwegenetz ist so abwechslungsreich wie die 13-Dörfer-Gemeinde selbst. In der schneereichen Zeit von Dezember bis März laden acht gut ausgeschilderte Winterwanderwege die Gäste dazu ein, die Kultur und Tradition des Höhenluftkurortes und die verschiedenen Facetten der Allgäuer Landschaft aktiv zu erleben. Zahlreiche Tourenhöhepunkte inklusive!

Pfronten im Überblick – Die Dörfer-Runde

Einen schnellen Einstieg in den Pfronten-Winterurlaub bietet die Dörfer-Runde: Sie macht die Pfrontener Geschichte greifbar, entstanden doch im frühen Hochmittelalter aus Rodungsinselns im Vilstal 13 Dörfer, die heute die 13 Ortsteile der Gemeinde bilden. Entlang der mittelschweren Dörfer-Runde lernen Wanderer auf insgesamt zehn Kilometern Länge gleich acht dieser Ortsteile kennen. Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und wundervolle Ausblicke auf die Pfrontener Hausberge zählen zu den Höhepunkten dieses Rundweges, der in Pfronten-Ried seinen Anfang nimmt.

Handwerk und Kunst – Die kleine Talrunde rund um die Pfrontener Tüftler

Neben der Landwirtschaft waren die Pfrontener seit jeher auch im Bereich Kunst und Handwerk Vorreiter. Hier gab es keine regulierenden Zünfte, wodurch die Einheimischen ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Dies kam besonders dem Gebiet der Feinmechanik zu Gute, auf dem die Pfrontener echte Pionierarbeit leisteten. „Mächler“ werden diese Tüftler genannt, die zunächst in vielen kleinen „Buden“ Reißzeug herstellten. Aus Tradition entstanden international agierende Konzerne, eines der Werksgelände kann auf der 7,3 Kilometer langen kleinen Talrunde bestaunt werden. Für kleine Wanderer wartet nach dem Abzweig auf den Panoramaweg ein Märchenspielplatz, der besonders im Winter seinen Zauber entfaltet.

Lehrreich und familienfreundlich – die Berger Moosrunde

Diese kurze Runde von nur 3,2 Kilometern führt Wanderer und ihre Familien auf den Grund des „Pfrontener Sees“, der nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 14.000 Jahren durch das Abtauen des Lechgletschers entstand. Heutzutage erinnert eine wunderschöne Moorlandschaft an die Vermächtnisse dieser Zeit. Familienfreundlich zeigen sich auf der leichten Wanderung besonders die vielen Spiel- und Lehrstationen, die durch die Initiative der „Allgäuer Moorallianz“ entstanden und auf die besondere Tier- und Wasserwelt hinweisen. Ein moderner Erlebnispfad ermöglicht auch kleinen Gästen spielerische Erkenntnisse. Vom Aussichtsturm haben Wanderer einen freien Blick auf das Berger Moos, wie die Pfrontener ihre Moorlandschaft nennen.

Ein echtes „Wanderschmankerl“– die Pfrontner Hüttenwanderung mit Rodelgaudi

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Anspruchsvoll, aber lohnenswert ist die aufgrund ihrer 461 Höhenmeter als schwer eingestufte Highlight-Tour zu zwei der beliebtesten Hütten in Pfronten. Schon der Aufstieg zur ersten Station, der Hündeleskopfkütte, bietet atemberaubende Panoramen und eine freie Sicht über das Alpenvorland bis zu den Ammergauer Bergen mit Schloss Neuschwanstein. Auf 1180 Metern wartet dann eine einmalige Erfahrung auf die hungrigen Wanderer: mit der Hündelskopfhütte eröffnete im Sommer 2015 die erste vegetarische Almhütte im Alpenraum! Wer nach dem Genuss von Spinatnocken, Schlutzkrapfen oder Kässpatzen lieber wieder ins Tal möchte, bricht einfach mit den kostenlosen Rodeln der Hütte auf ins schnelle Vergnügen.

Für alle mit guter Kondition geht es weiter bergauf durch den stillen Wald und über Alpweideflächen zur urigen Kappeler Almütte auf 1350 Metern. Historischer Tipp: Der Pfrontener Hüttenwanderweg kreuzt teilweise die Strecke des legendären Schalenggen-Rennens! Die traditionellen Hörnerschlitten wurden noch bis in die 60er Jahre hinein für den Holz- und Heutransport ins Tal genutzt. Heute lebt die Tradition einmal jährlich auf, wenn am Faschingssamstag mehrere Hundert Teilnehmer mit ihren selbstgebauten Gerätschaften in einem wilden Rennen hinab ins Tal brausen. Für Teilnehmer und Zuschauer eine Rodelgaudi der Superlative!

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