21.10.2020 – Betrugsversuche durch „Falsche Polizeibeamte“ in Kempten und Umgebung

21.10.2020 Kempten im Allgäu. Von Dienstag auf Mittwoch überzog eine Betrugswelle die Stadt Kempten und benachbarte Gemeinden.

Bislang erstatteten 15 Personen Anzeige bei der Polizei. Die Betrüger, welche vermutlich von einem Callcenter aus agierten, handelten dabei nach einer bereits bekannten Masche:

Sie gaben sich am Telefon als Kriminalbeamte aus und erklärten ihren potentiellen Opfern, dass Sie eine Tätergruppe ermittelt hätten, die eine Liste mit dem Wohnort der Geschädigten als Tatort bei sich geführt hätten. Nun sollten die angerufenen Personen preisgeben, ob sie Wertgegenstände bei sich in der Wohnung aufbewahren würden.

Alle bislang bekannten angerufenen Personen, hauptsächlich Senioren, reagierten genau richtig und fielen nicht auf die Betrüger herein.

Bereits 197 solcher Anrufe wurden in diesem Jahr im Landkreis Oberallgäu (Inkl. Stadt Kempten) bekannt. In keinem dieser Fälle gelang es den Falschen Polizeibeamten, Beute zu machen. 2019 registrierte die Polizei im Oberallgäu 359 solcher Anrufe.

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Dennoch sind die Betrüger immer wieder erfolgreich. Präsidiumsweit ergaunerten sie als falsche Polizeibeamte rund 340.000 Euro.

Die Polizei weist darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals unter der Telefonnummer „110“ anrufen und niemals am Telefon nach Geld oder Wertgegenständen fragen.

Weitere Hinweise der Polizei:

– Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

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– Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

– Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.

Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.

– Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.

– Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.

– Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Zeigen Sie solche betrügerischen Anrufe unbedingt an. Die Polizei erhält so ggf. weitere wichtige Ermittlungsansätze was maßgeblich zur Täterermittlung führen kann.

Der schadensträchtigste Fall ereignete sich im hiesigen Präsidiumsbereich im Oktober 2019. Der 69-jährige Geschädigte stand über mehrere Tage in Kontakt mit der Tätergruppe. Er wurde dazu gebracht, mehrere Abhebungen von seinem Bankkonto zu tätigen und an unterschiedlichen Stellen nahe seiner Wohnadresse zur Abholung zu hinterlegen. Die Beutesumme belief sich auf insgesamt 83.000 Euro.

Symbolfoto (© Bayerische Polizei)
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