Amazon: Unterallgäuer Kreistag hätte Flächenverkauf wohl abgelehnt

18.1.2021 Landkreis Unterallgäu. Das Unterallgäu kann nicht mehr mitentscheiden, ob der Online-Versandhändler Amazon nach Memmingerberg kommt. Der Kreistag hätte den Flächenverkauf für das am Allgäu Airport geplante Verteilzentrum aber mit ziemlicher Sicherheit abgelehnt.

Das teilen die Fraktionen in einer gemeinsamen Erklärung mit – und wollen damit auch ein Zeichen für den stationären Einzelhandel setzen.

Eigentlich war geplant, dass der Kreistag in einer Sondersitzung über den Flächenverkauf entscheidet. Dazu kommt es nun allerdings nicht. Denn die Flughafen-Gesellschaft will dem Versandhändler ein eigenes Grundstück für das Verteilzentrum anbieten.

Zunächst war dafür eine Fläche einer Grundbesitzgesellschaft im Gespräch, der unter anderem die Allgäuer Landkreise und kreisfreien Städte angehören. Als Gesellschafter stand damit auch das Unterallgäu vor der Entscheidung, ob das Grundstück verkauft werden soll oder nicht.

Obwohl nun kein Beschluss mehr notwendig ist, äußern sich die Fraktionen dahingehend, dass eine Abstimmung wohl zu einem Nein geführt hätte – und zwar aus mehreren Gründen.

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Zum einen sind sich die Fraktionen einig, dass die betreffende kommunale Fläche aufgrund ihrer herausragenden verkehrstechnischen Anbindung mit direktem Zugang zur Rollbahn des Flughafens zu kostbar gewesen wäre, um diese für ein Verteilzentrum herzugeben.

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„Wir haben bei der Gründung der Grundbesitzgesellschaft Verantwortung für die bestmögliche Entwicklung der Flächen am Allgäu Airport übernommen und nehmen diese Aufgabe sehr ernst“, heißt es übereinstimmend seitens der Kreistagsfraktionen. Die Grundbesitzgesellschaft „Gewerbepark am Allgäu Airport GmbH & Co. KG“ war Ende 2017 gegründet worden, um Gewerbeflächen am Flughafen zu vermarkten.

Außerdem steht der Kreistag dem Verteilzentrum kritisch gegenüber, weil Amazon dann auch die Auslieferung der Pakete übernehmen würde. Bislang werden diese von ansässigen Unternehmen ausgefahren. Es stelle sich die Frage, ob man dem Online-Händler auch noch diesen Teil der Wertschöpfungskette abgeben müsse.

Nicht zuletzt will der Unterallgäuer Kreistag mit seiner Haltung ein Zeichen setzen. Dem Gremium sei bewusst, dass sich der Internethandel nicht aufhalten lasse. Man wolle die Belange des stationären Einzelhandels, für den das Online-Geschäft eine große Konkurrenz ist, jedoch ernst nehmen und als Kommune mit gutem Beispiel vorangehen.

Letztlich komme es aber auf jeden Einzelnen an. Jeder entscheide mit seinem eigenen Einkaufsverhalten, wie es mit dem örtlichen Einzelhandel weitergeht und wie die Innenstädte in Zukunft aussehen werden.

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