Ansteckungsgefahr für Hunde: Staupe und Räude beim Fuchs

12.2.2016 Lindau (Bodensee). Derzeit haben Füchse im Landkreis Lindau mit zwei Krankheiten teilweise auch in Kombination zu kämpfen: Räude und Staupe. Beide Krankheiten können auch auf den Hund übertragen werden. Die Veterinäre des Landratsamtes Lindau raten Hundebesitzern deshalb zur Vorsicht.

Sollten Hunde beispielsweise stark juckende Hautveränderungen zeigen, ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt, denn dies könnte eine Erkrankung durch Räudemilben sein. Auch beim Menschen kann diese Milbe eine juckende Hautveränderung hervorrufen. Da sich die Milben in der Menschenhaut jedoch nicht weiter vermehren, bleibt es bei der so genannten „Scheinräude“. Die Staupe-Erkrankung ist für den Menschen nicht ansteckend.

Seit den Wintermonaten vermelden Jäger und Privatpersonen vermehrt auffällige Verhaltens- sowie Hautveränderungen bei Füchsen im Landkreis und den angrenzenden Regionen. Aktuell wurde nun durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein Fuchs aus dem Landkreis Lindau untersucht und die Viruserkrankung „Staupe“ diagnostiziert.

Staupe ist eine Virus-Erkrankung, die bei verschiedenen Fleischfressern wie zum Beispiel Füchsen und Hunden vorkommt. Staupeviren werden über Speichel, Augen- und Nasensekret sowie über den Urin von erkrankten Tieren übertragen, direkt bei Kontakt oder indirekt über deren Ausscheidungen in der Umwelt. Die erkrankten Tiere leiden an Wesensveränderungen durch Befall des zentralen Nervensystems, Verlust der Scheue, zum Teil in Verbindung mit Erkrankungen der Atemwege und weiterer Organe. Es gibt verschiedene Verlaufsformen, die jedoch fast immer tödlich enden. Besonders betroffen sind Jungtiere. Eine gezielte Behandlung gibt es nicht. Die Bekämpfung der Staupe beim Hund erfolgt über eine gezielte Impfung und wird dringend angeraten. Welpen müssen dreimal im Abstand von vier Wochen geimpft werden beginnend in der achten Lebenswoche. Anschließend erfolgen eine Boosterimpfung mit ca. einem Jahr und danach eine Auffrischung alle drei Jahre.

Bei den Hautveränderungen handelt es sich um eine Erkrankung durch Räudemilben. Die Räudemilben des Fuchses befallen auch den Hund und andere Fleischfresser. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich von Tier zu Tier oder über gemeinsam genutzte Liegeplätze oder Scheuerstellen. Die Milben können außerhalb des Wirts zum Beispiel am Boden oder Ästen/Bäumen bis zu 18 Tage überleben. Sollten Hunde stark juckende Hautveränderungen zeigen, ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt. Dieser kann mit einem Hautgeschabsel eine eventuelle Räudeerkrankung feststellen und gezielt behandeln.


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