Asylsozialberater sind in Lindau auch Ansprechpartner für Helfer vor Ort

13.1.2016 Lindau (Bodensee). Seit Januar ist die Asylsozialberatung im Landkreis Lindau in kommunaler Trägerschaft – sprich zuständig für diese staatliche Aufgabe ist nun das Landratsamt selbst und nicht mehr ein Wohlfahrtsverband.

Möglich ist dies aufgrund eines Modellprojekts des Bayerischen Sozialministeriums, an dem derzeit sieben Kommunen in Bayern teilnehmen. Insgesamt sechs Vollzeitstellen sind im Landkreis dafür vorgesehen: vier beim Landratsamt und zwei bei der Diakonie in Kempten. Bereits seit 2013 ist die Diakonie für den Landkreis Kooperationspartner im Bereich der Flüchtlingsbetreuung. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wird nun intensiviert.

Indra Baier-Müller, Geschäftsführerin der Diakonie Kempten und Landrat Elmar Stegmann haben dieser Zusammenarbeit im Bereich der Asylsozialberatung mit dem Unterzeichnen eines Kooperationsvertrags nun einen rechtlichen Rahmen gegeben.

Hilfe bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, Unterstützung bei allen Fragen rund um das Asylverfahren, aber auch Vermittlung von Spezialisten – beispielsweise Traumatherapeuten – gehören zu den Aufgaben eines Asylsozialberaters. Die Berater werden dafür in die Gemeinden gehen und die Menschen vor Ort betreuen. „Die neuen Mitarbeiter unterstützen aber auch die Mitarbeiter der Gemeinden und die Helferkreise vor Ort“, erklärt Landrat Elmar Stegmann auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Wichtig ist Stegmann, dass das Zusammenleben vor Ort funktioniert. „Je größer die Wohneinheiten werden, desto wichtiger wird die Unterstützung durch Sozialberater vor Ort.“ Bisher hatte der Landkreis Lindau auf kleine Wohneinheiten über den ganzen Landkreis verstreut, gesetzt. Integration ist so leichter möglich und es kommt kaum zu Spannungen. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen müssen nun auch im Landkreis größere Wohneinheiten für Flüchtlinge geschaffen werden.

„Wir bauen derzeit das Team und die nötige Struktur auf“, so Tobias Walch, Geschäftsbereichsleiter Soziales und Kreisentwicklung am Landratsamt. Wie genau die Aufgaben ausgestaltet werden, zeigen die nächsten Wochen. Teamleiter der Asylsozialberater Peter Ott setzt dabei auf regelmäßige Treffen und einen engen Austausch gerade in der Anfangszeit. Denn die Mitarbeiter sind in erster Linie vor Ort in den Gemeinden anzutreffen. Umso wichtiger, dass auch im Team der Diakonie zwei erfahrene Asylsozialberater eingesetzt sind: „Wir bringen viel Kenntnis in der Betreuung von Flüchtlingen mit und freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis Lindau das Pilotprojekt umsetzen können“, meint Indra Baier-Müller von der Diakonie Kempten.

Pro 150 Flüchtlinge wird es zukünftig einen Asylsozialberater im Landkreis geben. Jeder Sozialberater wird mittelfristig bestimmte Unterkünfte zugeordnet bekommen. Für die Asylsuchenden, die Ehrenamtlichen und die Gemeinden stehen dann fest definierte Ansprechpartner zu Verfügung. Sowohl Landkreis als auch Diakonie erhalten für die Stellen einen Personalkostenersatz, der jedoch nicht alle Kosten komplett abdeckt. Trotz der zusätzlichen Kosten steht Landrat Elmar Stegmann voll hinter dem Projekt: „Eine gut funktionierende Asylsozialberatung spart uns Geld, Zeit und Nerven.“ Das Modellprojekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Die Beteiligten sind sich jedoch sicher, dass die Umsetzung im Landkreis Lindau erfolgreich sein wird und damit auch ein Antrag auf Verlängerung.


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