Auftreten einer Infektion mit equinem Herpesvirus in einem Pferdestall im Landkreis Lindau

15.1.2016 Lindau (Bodensee). Im Landkreis Lindau ist ein Fall von EHV – Infektion aufgetreten und hat im Kreise der Pferdebesitzer für Unruhe gesorgt. Im betroffenen Bestand wurden umgehend Hygienemaßnahmen sowie eine vorübergehende Bestandsquarantäne durch die betreuende Tierärztin und die Betreiber eingeführt.

Darüber hinaus besteht ein steter Informationsaustausch mit der Uniklinik für Pferde. Equine Herpesvirusausbrüche sind keine klassischen Seuchengeschehen, sondern grundsätzlich lokale Ereignisse, die sich auf einen Einzelbetrieb beschränken. Die Erkrankung tritt in der Regel in den Herbst- und Wintermonaten auf. Die Krankheit wird nicht auf den Menschen übertragen.

Folgende Regeln sollten Pferdebesitzer trotzdem beachten um eine Weiterverbreitung zu verhindern und eine Erkrankung am Pferd schnell zu erkennen:

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Fieber und vergrößerte Lymphknoten sind die häufigsten Symptome einer beginnenden Herpesinfektion. Es sollte hierbei umgehend ein Tierarzt zur Untersuchung und Abklärung hinzugezogen werden
Bei Kontakt zu Pferden aus unterschiedlichen Betrieben sollte man die allgemeinen Hygieneregeln beachten:
– Händewaschen
– Überkittel oder Kleidungswechsel
– unnötigen direkten Pferdekontakt meiden
Herpesviren sind wenig stabil in der Umwelt, sie werden als Schmierinfektion oder über Vektoren, wie zum Beispiel Kleidung übertragen. Eine Desinfektion kann mit einfachen Haushalts – Desinfektionsmitteln erfolgen.
Grundsätzlich sollte der Kontakt mit bestandsfremden Pferden vermieden, oder auf ein Minimum reduziert werden.
Pensionspferdeställen mit häufigerem Wechsel der Einsteller sollten über eine Isoliereinrichtung (Quarantäne) für die ersten 4 Wochen nach Neueinstellung eines Pferdes verfügen. Dadurch werden Krankheiten in der Inkubationsphase erkannt und können ausheilen, ohne den Gesamtbestand zu gefährden.
Impfungen sind möglich und empfehlenswert für Turnierpferde und Zuchtstuten, dürfen jedoch keinesfalls erfolgen, wenn im Bestand ein Pferd mit Fieber vorhanden ist. Da auch geimpfte Pferde nicht mit absoluter Sicherheit einen kompletten Schutz gegen EHV haben und weil die Impfung regelmäßig zweimal pro Jahr erfolgen muss, sollte diese Entscheidung in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Tierarzt erfolgen.

Was ist der equine Herpesvirus?

Die Herpeserkrankung des Pferdes (equine Herpesvirusinfektion, kurz EHV -Infektion) ist eine weltweit vorkommende Infektionserkrankung mit unterschiedlichen klinischen Erscheinungsbildern beim Pferd. Im Gegensatz beispielsweise zur Schweinepest ist die EHV- Infektion jedoch weder anzeige- noch meldepflichtig und wird somit staatlich nicht als Seuche bekämpft.

Pferde die an einer EHV -Infektion erkranken, haben zunächst Fieber. Im weiteren Verlauf können Erkrankungen der oberen Atemwege und Bronchien auftreten. Bei trächtigen Stuten kann eine EHV – Infektion einen Abort auslösen. In seltenen Fällen sind auch Lähmungen der Hintergliedmaßen und weitere Störungen des zentralen Nervensystems beschrieben.

Weitere Informationen gibt es unter anderem auf der Homepage der Ludwig Maximilian Universität München, Lehrstuhl für Innere Medizin und Reproduktin des Pferdes:



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