Coronavirus: Mehr Helfer als Hilfesuchende in Wangen

25.3.2020 Wangen im Allgäu. Der Aufruf der Politik, für Menschen der Risikogruppen ab 65 Jahren und mit Vorerkrankungen Einkäufe und andere Botengänge zu erledigen, hat eine große Hilfsbereitschaft auch in Wangen ausgelöst.

Davon berichten Karin Kristen, Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe) und Silke Späth-Esch, Koordinatorin von „Herz und Gemüt“. Im Austausch mit der Stadt bestätigten sie jedoch auch, dass sie derzeit keine weiteren Anfragen von Hilfesuchenden bei ihren Organisationen verzeichneten.

„Nullkommanull“, sagt Späth-Esch. Offenkundig laufe viel in der lokalen Gemeinschaft von selber, teilten beide Koordinatorinnen mit.
Für die organisierte Nachbarschaftshilfe sei klar, dass ihr Dienst auch weiter gebraucht werde.

„Wir gehen auch weiter in die Häuser“, sagt Karin Kristen. Allerdings halten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter strikt an die Vorgaben, die von „Zukunft Familie“, einem Verein der Diözese Rottenburg ausgegeben wurde.

Sowohl jene, die Unterstützung brauchen, als auch jene, die sie geben, gehören meist der Risikogruppe über 60 Jahre an. Das heißt, Einkäufe werden vor der Tür abgestellt. Die Kommunikation läuft in der Regel über Telefon.

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Wenn Häuser tatsächlich betreten werden müssen, weil es der Dienst erfordert, dann halten sich Besucher und besuchte Person in verschiedenen Räumen auf oder schränke ihren Kontakt so weit wie möglich ein.

Oberbürgermeister Michael Lang dankte allen Helferinnen und Helfern ausdrücklich. „Wir müssen auch weiter Hilfe leisten. Helfen ist im Zweifel besser, als nicht zu helfen“, sagt er.

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Beide Koordinatorinnen hoffen, dass jene, die ihre Dienste jetzt angeboten haben, auch dann noch zur Verfügung stehen, wenn sie vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt gebraucht werden.

Großes Verständnis bei den Senioren

Das Bürgerforum hat sämtliche Treffs und Termine bis auf Weiteres abgesagt. Das Büro ist geschlossen, wie Ulrich Mayr berichtet. Der Vorsitzende des Bürgerforums sagt auch, dass die Menschen das akzeptieren.

Sieglinde Knecht vom Stadtseniorenrat berichtet ebenfalls von viel Verständnis bei den älteren Mitbürgern. Ihnen sei mit klaren Ansagen sehr gedient. Wenn man auch kleinere Treffs weiterlaufen lasse, bringe man den Teilnehmerkreis womöglich in die Zwickmühle der Entscheidung – hingehen oder nicht? „Also ist es besser, alles abzusagen“, sagt sie.

Das Einkaufsthema sei schwierig für die alten Menschen, denn solange sie können, wollen sie das auch selber leisten, sagen alle Seniorenvertreter übereinstimmend.

Die Menschen mit Behinderung, zu denen der Behindertenbeauftragte Norbert Rasch den Kontakt hat, kommen mit der Situation offenbar gut zurecht. Auf großes Bedauern, aber auch auf Verständnis, sei die Verschiebung der Anhörung der Menschen mit Behinderung sowie des Tages der Menschen mit Behinderung gestoßen.

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