Ein neues Buch zum Alten Gottesacker im Jubiläumsjahr in Wangen

30.11.2021 Wangen im Allgäu. Die Parkanlage des „Alten Gottesackers“ ist heute eine grüne Oase im Herzen einer quirligen Stadt. Ein geheimnisvoller Zauber umweht die Mauerarkaden mit den uralten Grabdenkmalen.

Seit im Jahr 2017 die Sanierung des Alten Gottesackers bei einem Gesamtaufwand von 1,4 Mio. Euro vollendet war, wurde der anfängliche Ruf nach einer Schrift zu diesem überregional bedeutenden Kleinod immer lauter.

Der Altstadt- und Museumsverein nahm sich dieser Aufgabe an.

Robert Eichbaum, der als Vorstandsmitglied die Publikation koordinierte, konnte Stadtarchivar Dr. Rainer Jensch und Ortsheimpfleger Stephan Wiltsche als Autoren für dieses Werk gewinnen.

Namhafte Spender halfen bei der Realisierung des 256 Seiten starken Buchprojekts.

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Mit vielen Geschichten und über 400 Bildern würdigen die beiden Autoren in vielen bunten Facetten das Kulturdenkmal des Alten Gottesackers.

Professor Manfred Thierer schreibt in seinem Geleitwort über das Verfasserduo: „sich gegenseitig ergänzend, schöpfen sie aus dem reichen Fundus von Stadt- und Pfarrarchiv, recherchieren Hintergründe, entdecken Neues, lüften Geheimnisse…“.

Die Geschichte und ihre Geschichten gossen Jensch und Wiltsche in eine klare Gliederung. Zunächst macht das Kapitel vom „Alten Tod“ den Leser mit den Vorstellungen und Denkweisen der Altvorderen zu den „letzten Dingen“ vertraut.

Es geht dann auf die spannende Entdeckungsreise in die Welt des ersten Kirchhofs bei der Stadtpfarrkirche, bei dem die als Beinhaus benützte Doppelkapelle noch einmal vor dem geistigen Auge entsteht.

Über die Geburtsstunde des Alten Friedhofs sind die Autoren aus den verfügbaren Quellen relativ gut informiert. Vor 500 Jahren fand sich Wangen wieder einmal im Würgegriff einer todbringenden Pandemie.

Auf dem Areal des einstigen Maierhofes vor der Stadtmauer entstand ein neuer Friedhof, in dessen geweihte Erde fortan vierhundert Jahre lang die Toten der Stadt gelegt wurden.

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Welche bedeutende Rolle das 1974 abgebrochene „Seelhaus“ – damals eine Art Seuchenhospital – dabei spielte, zeigt die spannende Quellenforschung zu dieser Einrichtung.

Der Wangener Alte Friedhof ist eine in Süddeutschland einmalig vollständige Camposanto-Anlage nach italienischem Vorbild, dabei ganz im Sinne der Gegenreformation.

Erst der Bau der Rochuskapelle vollendete gegen Ende des 16. Jahrhunderts die heutige Gesamtanlage.

Mit Laserscanaufnahmen der Firma Zoller und Fröhlich wird die Kapelle aus bisher noch nie gesehenen Perspektiven gezeigt. Die 66 bemalten biblischen Bildfelder der Kapellendecke – eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler Oberschwabens – bergen ein bisher nicht erkanntes Rätsel voller mystisch deutbarer Zahlen und verborgener geometrischer Formen.

Das Buch lüftet nun zum ersten Mal dieses geheimnisvolle Wangener Renaissance-Rätsel. Man kann getrost behaupten: „Wangen meets Leonardo Da Vinci“.

Das Autorenduo zeigt dabei, auf welch hohem theologischen und humanistischen Bildungsniveau man sich in der ehemaligen Reichsstadt einst befand.

Die Beschreibung der Wangener Grabdenkmale aus fünf Jahrhunderten nimmt einen breiten Raum des Buches ein. Bei der Entzifferung der Inschriften geht es nicht nur um die Buchstaben, sondern vor allem um die historischen Zusammenhänge, die hinter den Botschaften der Monumente stecken.

Der Bogen spannt sich mitten hinein in das Leben vergangener Epochen. Es ist erstaunlich, wie viele berührende Historien sich hier auftun. So wird die Geschichte hinter den Grabdenkmalen der bestatteten Wangener geradezu wieder lebendig.

Die stadtgeschichtliche Bedeutung des Inhaltes spiegelt sich auch in der äußeren Form des im Kunstverlag Josef Fink erschienenen Werkes wider. Im wahrsten Sinne des Wortes lehnt sie sich ganz bewusst an die opulente Stadtchronik von Rainer Jensch an.

Neben aller Wissenschaftlichkeit machen viele ganzseitige Fotografien das Werk zu einem wahren Bilderbuch. Sie zeigen den Alten Gottesacker aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und inspirieren zum tieferen Eintauchen in das Wesen dieses Ortes. Thierer schließt hierzu: „Das neue Buch, das dieses schlummernde Juwel ein Stück weit aus dem Dunkel der Geschichte holt, soll das Bewusstsein um den Wert der einzigartigen Stätte in die Bevölkerung tragen.“

Das Buch ist ab jetzt im Wangener Buchhandel und über den Altstadt- und Museumsverein zum Preis von 30 € zu erwerben.

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