Geld für Sternwarte Ottobeuren, Schickling-Stiftung und Maristenkolleg

27.1.2016 Landkreis Unterallgäu. In die Welt der Astronomie eintauchen, sich auf die Spuren des Künstlers Erich Schickling begeben: Das kann man in der Sternwarte beziehungsweise in der Erich-Schickling-Stiftung in Ottobeuren. Beide Angebote sollen für Besucher noch attraktiver werden.

Die Sternwarte soll erweitert, das Lebenswerk des 2012 verstorbenen Künstlers dokumentiert und für die Öffentlichkeit besser erschlossen werden. Für diese Vorhaben, wie auch für Sanierungsarbeiten am Tagesheim des Mindelheimer Maristenkollegs, gibt es nach dem Willen des Schul-, Kultur- und Sportausschusses finanzielle Unterstützung vom Landkreis. Der Kreistag muss die Mittel allerdings noch im Haushalt bereitstellen.

  • Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren soll diese saniert und erweitert werden. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Wolfgang Forth, Geschäftsführer des Sternwartenvereins, als er dem Kreisgremium das Projekt vorstellte. Der Verein betreibt das Observatorium und bietet dort Beobachtungen, Vorträge und Kurse an. Im Norden soll ein Lager- und Werkstattgebäude entstehen, dessen Dach als zweite Beobachtungsplattform genutzt werden kann. Im Süden ist der Anbau eines Foyers geplant, das als Eingangsbereich dienen und mit Sanitäreinrichtungen ausgestattet sein soll. Daneben ist unter anderem eine Neugestaltung der Außenanlagen vorgesehen. Die Kosten für die Arbeiten, die voraussichtlich bis 2018 dauern, belaufen sich laut Forth auf 225.000 Euro. Die Ausschussmitglieder sprachen sich einhellig für eine Beteiligung in Höhe von insgesamt 45.000 Euro aus. Das „Observatorium für volksbildende Himmelskunde“ wurde 1967 von den Gründungsmitgliedern des Sternwartenvereins errichtet und später mehrfach erweitert und modernisiert, wie Vorsitzender Harald Steinmüller berichtete. Damals sei der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt worden: Bis heute sind nach Angaben des Vereins weit mehr als 100.000 Interessierte in die Einrichtung gekommen, um Sterne zu beobachten und mehr über den Nachthimmel zu erfahren – allein im vergangenen Jahr waren es 3.488 Besucher.
  • Um die Gemälde, Hinterglasbilder oder Skulpturen von Erich Schickling zu dokumentieren, plant die Erich-Schickling-Stiftung die Erstellung eines Werkverzeichnisses. Dafür sollen alle Arbeiten des Künstlers erfasst werden – mit Informationen über das verwendete Material, die Entstehung oder zum Beispiel den Standorts des Werks. Dies ist laut einer Einschätzung der Universität Augsburg Voraussetzung dafür, das Werk des Künstlers angemessen zu erhalten und einem größeren Publikum präsentieren zu können, wie Ulrike Meyer von der Stiftung in der Sitzung erläuterte. Das Kreisgremium war geschlossen dafür, 18.000 Euro der Gesamtkosten in Höhe von 54.000 Euro zu übernehmen – unter der Maßgabe, dass ein schlüssiges Konzept erarbeitet wird, wie es nach der Erstellung des Werkverzeichnisses weitergeht. Erich Schickling hat laut Meyer ein umfangreiches Werk hinterlassen. Dieses umfasse unter anderem mehrere hundert Gemälde sowie Glasfenster und Bilder in mehr als 60 Kirchen und 30 öffentlichen Gebäuden in Bayern und darüber hinaus. Ein Teil von Schicklings Arbeiten ist in der Stiftung in Eggisried bei Ottobeuren zu sehen – dem Ort, an dem der Künstler wirkte. Daneben finden hier Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Vorträge statt.
  • Thema im Ausschuss war auch die Sanierung des Tagesheims am Mindelheimer Maristenkolleg. Bei einer Überprüfung der Dachkonstruktion seien Schäden festgestellt worden, sagte Kreiskämmerer Manuel Eberhard. Diese seien auf eindringendes Wasser zurückzuführen. Um das Dach instand zu setzen, fallen nach Angaben des Trägers, dem Schulwerk der Diözese Augsburg, Kosten in Höhe von 215.000 Euro an. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für eine Beteiligung in Höhe von 129.000 Euro aus.



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