Gutachten zum Bad Wörishofer Rettungsstellplatz

21.3.2016 Landkreis Unterallgäu. Braucht Bad Wörishofen eine rund um die Uhr besetzte Rettungswache? Hierzu soll es so bald wie möglich ein neues Gutachten geben. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das nun im Landratsamt in Mindelheim stattfand.

Um sich ein aktuelles Bild der Situation in Bad Wörishofen zu machen, trafen sich Landrat Hans-Joachim Weirather und Abteilungsleiterin Doris Back mit Julia Lindner, der Geschäftsführerin des Zweckverbands für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung Donau-Iller (ZRF), und dem Ärztlichen Leiter, Dr. Axel-Joachim Parsch.

Der Rettungsstellplatz in Bad Wörishofen ist von 6 bis 22 Uhr besetzt. Kommt es in der Zeit von 22 bis 6 Uhr zu einem Notfall, alarmiert die Integrierte Leitstelle (ILS) Donau-Iller den nächstgelegenen Rettungswagen – zum Beispiel in Mindelheim, Buchloe oder Kaufbeuren. Darüber hinaus steht in Bad Wörishofen ein ehrenamtlicher Rettungsdienst des Roten Kreuzes zur Verfügung, der sogenannte Hintergrunddienst. Dieser kann über Meldeempfänger alarmiert werden. Das Bad Wörishofer Bürgerforum fordert aber, dass die Rettungswache 24 Stunden besetz wird.

Laut ZRF-Geschäftsführerin Julia Lindner hat ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) ergeben, dass in Bad Wörishofen kein Bedarf für eine 24-Stunden-Besetzung besteht. Das Gutachten aus dem Jahr 2012 kam zu dem Schluss, dass die erforderliche Frist von zwölf Minuten, in der ein Rettungswagen am Einsatzort sein muss, in über 90 Prozent der Fälle eingehalten werden konnte – das ist mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Die nächste turnunmäßige Begutachtung könnte sich nach Lindners Worten bis 2018 hinziehen. Am Ende des Gesprächs waren sich die Teilnehmer jedoch einig, wegen der aktuellen Situation in Bad Wörishofen einen Antrag auf Priorisierung zu stellen und ein neues Gutachten deutlich früher auf den Weg zu bringen.

Die Gutachten des INM sollen laut Landrat Weirather sicherstellen, dass die Rettungsmittel gleichmäßig über den Landkreis beziehungsweise über ganz Bayern verteilt werden. Für Babenhausen hatte die Untersuchung des INM aus dem Jahr 2012 ergeben, dass hier in Anbetracht des großen Einzugsgebiets und der Entfernung zu den angrenzenden Rettungswachen Handlungsbedarf besteht. Daher wurde der dortige Rettungsstellplatz zu einer Rettungswache mit 24-Stunden-Besetzung aufgewertet. Daneben gab es auch im Einzugsgebiet Ottobeuren eine Versorgungslücke. Deshalb machte sich der Landkreis Unterallgäu dafür stark, dass Ottobeuren Notarztstandort wird. 2012 war es so weit.


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