In drei Unterallgäuer Gemeinden kommt die „Energiekarawane“

22.1.2016 Landkreis Unterallgäu. In einige Unterallgäuer Gemeinden soll bald eine „Energiekarawane“ kommen. Das bedeutet: Energieberater gehen in einem ausgewählten Quartier von Haus zu Haus und bieten kostenlose Informationsgespräche an.

Die Hausbesitzer müssen nicht extra in eine Beratungsstelle kommen. Das Projekt, das zunächst in drei Pilotgemeinden starten soll, wurde jetzt vom Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags geschlossen befürwortet.

Klimaschutzmanagerin Andrea Ruprecht hatte den Ausschussmitgliedern zuvor erläutert, was genau geplant ist. „Bei der Energiekarawane handelt es sich um eine aufsuchende Energieberatung. Damit möchten wir all diejenigen erreichen, die sich noch nicht mit einer energetischen Sanierung befasst haben.“

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Gemeinden, die die Aktion durchführen, suchen sich dafür laut Ruprecht zuerst ein geeignetes Viertel aus – zum Beispiel einen Ortsteil mit vielen älteren Gebäuden. Dann schreiben sie die betroffenen Bürger an und bieten ihnen die Teilnahme an der Aktion an. Wer mitmacht, erhält eine Energieberatung „vom Keller bis unters Dach“ sagte Ruprecht. „Die Energieberater informieren, was machbar ist und welche Fördermittel es gibt.“ Pro Gemeinde sei mit Kosten von rund 11.000 Euro zu rechnen – der Landkreis unterstütze die teilnehmenden Kommunen mit der Hälfte des Betrags. Es hätten bereits einige Gemeinden Interesse, so Ruprecht.

Mit der Aktion, die bereits in anderen Landkreisen stattfand, erziele man „traumhafte Quoten“, berichtete die Klimaschutzmanagerin. Im Schnitt hätten 24 Prozent aller angesprochenen Bürger die Beratung angenommen. „16 Prozent der Hausbesitzer, die beraten wurden, führten anschließend Sanierungsmaßnahmen durch.“ 95 Prozent der Befragten fanden es Ruprecht zufolge gut, dass ihre Gemeinde die Beratung angeboten hat. Für rund 83 Prozent stellte die Aktion die erste Energieberatung überhaupt dar.

Weitere Themen in Kürze

Stromverbrauch im Unterallgäu sinkt: Der Stromverbrauch im Landkreis Unterallgäu ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Gleichzeitig stieg der Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch. Das sind die beiden wichtigsten Ergebnisse der Strombilanz des Landkreises für das Jahr 2014. Zusammengestellt und ausgewertet hat die Daten das Energie- und Umweltzentrum Allgäu im Rahmen des Kreis-Klimaschutzkonzepts.

Landrat Hans-Joachim Weirather stellte die Strombilanz nun im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags vor. Demnach hat der Landkreis das im Klimaschutzkonzept formulierte Ziel, den Strombedarf bis 2021 zu 50 Prozent aus regenerativen Energien zu decken, mit 53 Prozent bereits 2012 übertroffen. 2014 erhöhte sich der Anteil auf 59 Prozent. Eine besondere Rolle spielt im Unterallgäu die Solarenergie, gefolgt von Energie aus Biomasse und Wasserkraft.

Studie zur Effizienzsteigerung von Biogasanlagen vorgestellt: Wie können die Biogasanlagen im Unterallgäu noch effizienter betrieben werden? Das sollte eine Studie herausfinden, die Christian Vitek vom gleichnamigen Planungsbüro jetzt im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags vorstellte. Im Verlauf der Studie, die der Landkreis in Auftrag gegeben hat, hätten sich mit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) allerdings die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert, sagte der Ingenieur.

Mit dem neuen Gesetz, das im August 2014 in Kraft trat, seien verschiedene Maßnahmen zur Effizienzsteigerung erheblich eingeschränkt worden. Deshalb habe man den Fokus der Studie ändern müssen und sich nur noch auf die Biogasanlagen in drei Gemeinden konzentriert. Untersucht worden sei der Einsatz von Nahwärmenetzen sowie von speziellen Gasleitungen mit Anschluss an ein Blockheizkraftwerk. Aufgrund des neuen EEGs habe sich dies jedoch nicht als wirtschaftlich erwiesen.



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