In Oberstdorf nicht neben das Podest, sondern mittendrauf springen…

28.1.2016. Nicht schon wieder auf den sechsten Platz und damit erneut neben dem Podest, sondern am liebsten mittendrauf zu landen, das wünscht sich Katharina Althaus für den Heim-Weltcup am Wochenende ebenso sehr wie ihre Trainer.

Auf die „sechs“ scheint die Athletin vom Skiclub Oberstdorf allzu eingestimmt: dreimal landete sie in den letzten drei Wettkämpfen auf diesem Rang. Als sechste im Gesamtweltcup startete sie bei der Weltcup-Premiere 2015 in Oberstdorf und am ersten Wettbewerbstag wurde sie im vergangenen Jahr dort ebenfalls Sechste.
Sie sieht in diesen kontinuierlichen Top-Platzierungen ihre Konstanz bestätigt, seit Lillehammer immer auf gleichhohem Niveau, das ihr allerdings den erhofften Podestplatz noch nicht brachte „ Klar könnte es noch besser sein“, räumte sie jetzt bei einem Pressegespräch in der Erdinger Arena ein, „aber unzufrieden bin ich nicht“.

Gespannt blickt sie auf den Heimweltcup, wo sie sich von der Begeisterung der Familie und Freunde tragen lassen kann. Gelernt habe sie auf alle Fälle, dabei nicht allzu viel Druck aufzubauen. Im letzten Jahr habe sie im zweiten Wettbewerb unbedingt zeigen wollen, was sie drauf hat und landete nach Platz 6 am Vortag nur auf dem 26. Rang. „Da ist der Schuss nach hinten losgegangen, aber aus diesen Erfahrungen habe ich gelernt“, versichert sie. Im Training werde sie noch ein bisschen probieren, mit neuem Ski und neuem Belag etwas mehr Geschwindigkeit zu bringen. Ansonsten verlässt sie sich zuversichtlich auf ihr hohes Grundniveau.

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„Die Luft nach oben ist dünn“, meinte Bundestrainer Andreas Bauer mit Blick auf die Japanerin Sara Takanashi, die zur Zeit in einer anderen Liga zu springen scheint. Danach allerdings stehe das Feld eng beieinander. „In die Phalanx der Besten einzubrechen, das ist jetzt noch die Herausforderung“, so der Nationalcoach. Bauer sieht die Vorteile für Takanashi in deren seit Jahren unveränderten Körpermaße.„ Ich habe immer gedacht, sie muss doch auch einmal wachsen, leider tut sie uns den Gefallen nicht“, meint er schmunzelnd. Allerdings gebe es auch Tage, an denen sie schwächelt und Nerven zeigt.

Sein hoffnungsvollstes Talent Gianina Ernst (SC Oberstdorf) dagegen habe in den vergangenen Monaten genau damit zu tun gehabt. Extrem jung und leicht sei sie bei ihren ersten Erfolgen vor zwei Jahren gewesen und somit weit geflogen. „Aber die Körperverhältnisse entwickeln sich und daran müssen wir uns orientieren“, so Bauer. Plätze zwischen Rang 20 und 30 entsprächen ihrem momentanen Leistungsstand. Gianina Ernst jedenfalls ist zuversichtlich vor dem erneuten Heimweltcup Es gehe sicher nicht von einem Tag auf den anderen voran , aber: „Ich weiß, dass ich es kann“.

Eine dritte Skispringerin tastet sich derzeit ebenfalls als ihre großen Erfolge heran. Olympiasiegerin Carina Vogt war in Sapporo gestürzt und hatte nach einer Gehirnerschütterung zwangspausiert. Danach habe es eine gewisse Verunsicherung gegeben, aber sie werde wieder aufstehen, versicherte Bauer.

Die Stimmung von der Vierschanzentournee wird mitgenommen zum Damen-Weltcup

In Oberstdorf freut man sich auf zwei Top-Veranstaltungen am kommenden Wochenende

Nach der Weltcup-Premiere im vergangenen Jahr veranstalten die Oberstdorfer am kommenden Wochenende zum zweiten Mal einen Weltcup in Damen-Skispringen. 62 Frauen aus 15 Nationen werden vom Freitag bis Sonntag in der Erdinger Arena den sechsten Wettbewerb in diesem Winter bestreiten. Nationaltrainer Andreas Bauer hielt mit seinem Lob an die Veranstalter nicht hinterm Berg. „Wir haben hier dank der Skisport und Veranstaltungs GmbH stets tolle Anlagen und tolle Trainingsbedingungen.“, sagte er bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Weltcups. En Heimvorteil am Wochenende würden die deutschen Frauen so gut es gehe, nutzen. „Und neben unseren Arrivierten haben wir noch die nationale Gruppe mit sechs jungen Athletinnen, die sich hier beweisen wollen“, sagte der Coach.

Für Stefan Huber erübrigt sich die Frage, warum man den Frauen ebenso gute Bedingungen bieten wolle wie den Männern bei der Vierschanzentournee. Das Aufgebot reiche von der Eröffnungsfeier im Nordic Park über die technische Ausrüstung wie LED-Startbalken, Videowall und visuelle Best-to beat-Linie bis hin zur offiziellen Siegerehrung am Samstag im Rahmen des Winterfests. Die Damen lägen den Oberstdorfern besonders am Herzen, schließlich blicke man hier auf eine lange Tradition zurück, so Huber. Top-Athletinnen wie Katharina Althaus vom Skiclub Oberstdorf, Andi Bauer als Nationaltrainer und Peter Leiner als Stützpunktrainer seien eng mit der Arena verbunden. Die Weltcup-Veranstaltung im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass wir mit unserer Erfahrung Akzente setzen können und somit helfen, das Frauenskispringen noch populärer zu machen.

Besonders erfreulich sei inzwischen die mediale Wertschätzung. So übertrage die ARD an beiden Tagen ab 16.20 Uhr die Damen-Wettkämpfe. „Mit sicher guten Besucherzahlen und einer tollen Kulisse werden wir dafür sorgen, dass wir die Stimmung von der Tournee mitnehmen in den Damenweltcup“, so Huber.



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