Klimaschutz im Landkreis Lindau: Eine aktuelle Bilanz

4.2.2016 Lindau (Bodensee) – Mit der Verabschiedung eines Klimaschutzkonzeptes im Sommer 2013 und der Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers im vergangenen Herbst hat der Landkreis nochmals die Bedeutung des Klimaschutzes vor Ort unterstrichen.

Bereits seit Jahren saniert der Landkreis seine Gebäude energetisch um sie für die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie fit zu machen, die ab 2019 für alle öffentlichen Gebäude gilt. Doch inzwischen konnten auch erste Projekte aus dem Klimaschutzkonzept umgesetzt oder begonnen werden. Hier eine aktuelle Bilanz.

Energiegewinnung

– Der Landkreis hatte den Bezug für grünen Strom ausgeschrieben. Seit 1. Januar 2016 nun liefern die Stadtwerke Lindau garantiert CO2-freien Strom ins Landratsamt und die Landkreisliegenschaften inklusive aller Schulen.

– Um das Potential der Kleinwasserkraft im Landkreis zu untersuchen, wird in diesem Frühjahr eine LEADER-geförderte Studie in Auftrag gegeben.

Reduzierung des Energieverbrauchs

– Um den Verbrauch von Strom, Gas und Wasser besser kontrollieren zu können, werden derzeit alle Landkreisliegenschaften mit Geräten zur automatischen Erfassung des Energie- und Wasserverbrauchs ausgestattet.

– Um Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld die Kosten der Energiewende zu erleichtern, initiierte der Landkreis den Caritas-Stromsparcheck. Mit Unterstützung des Landkreises wurden von eza! dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu im Unternehmen Chance drei Stromsparhelfer ausgebildet, die im gesamten Landkreis erfolgreich ihre Hilfe anbieten.

– Die Schüler an den Schulen in der Aufwandsträgerschaft des Landkreises werden auch heuer wieder im Rahmen eines Wettbewerbs für ihre Klimaschutz- und Energieeinsparbemühungen prämiert. Inzwischen gibt es an allen Schulen einen Energiebeauftragten.

Mobilität

– Der Landkreis wird in diesem Jahr zwei Fahrzeuge aus seinem Fuhrpark gegen Elektroautos austauschen. Durch die damit verbundene Förderung fahren diese Fahrzeuge nicht nur schadstoff- und CO2-frei, sie kommen dem Landkreis in der Anschaffung und im Betrieb günstiger als die bisherigen Diesel-PkW.

– Tagtäglich pendeln viele tausend Berufstätige und Schüler. Das Interreg-Projekt mit „PEMO“ für Pendlermobilität, soll an den großen Betriebs- und Schulzentren die Möglichkeiten untersuchen, wie der Berufsverkehr umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Das Projekt wurde gemeinsam mit Vorarlberg, St. Gallen und Lichtenstein initiiert.

EnergieCoaching

Aber auch die Kommunen im Landkreis bleiben weiter aktiv in Sachen Klimaschutz. So haben sich die drei Gemeinden aus dem Landkreis Lindau, Hergatz, Opfenbach und Sigmarszell für das EnergieCoaching beworben und den Zuschlag erhalten. EnergieCoaching ist ein gefördertes Angebot der Bayerischen Staatsregierung zur unkomplizierten Beratung für kleinere und mittlere Gemeinden zu den Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Ziel ist das Aufzeigen von Möglichkeiten der aktiven Beteiligung der Gemeinden an der Umsetzung der Energiewende vor Ort. Als Energiecoach steht den Gemeinden das Energie- & Umweltzentrum Allgäu (eza! service gmbh) zur Verfügung. Der Energiecoach wurde infolge eines Ausschreibungsverfahrens ausgewählt.

Das EnergieCoaching wurde bisher in 61 schwäbischen Gemeinden erfolgreich und insgesamt zur Zufriedenheit der Gemeinden durchgeführt, wie eine Evaluation der beteiligten Gemeinden ergab. Von den 19 Gemeinden im Landkreis Lindau haben sich 13 ein Klimaschutz- oder Energiekonzept erstellen lassen. Mit den hinzugekommenen drei Gemeinden für das EnergieCoaching steigt die Zahl der klimaschutzaktiven Gemeinden im Landkreis Lindau auf 16.


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