Landkreis Unterallgäu setzt sich seit vielen Jahren für die Artenvielfalt ein

11.7.2019 Landkreis Unterallgäu. Der Landkreis Unterallgäu setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Aktuell finden Schmetterlinge, Hummeln und Bienen zum Beispiel auf der Blumenwiese vor dem Landratsamt in Mindelheim reichlich Nahrung.

Die Blumenwiese, die 2013 angelegt und dieses Frühjahr vergrößert wurde, ist nun aufgeblüht. Sie ist ein Beispiel von einem ganzen Strauß an Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt. Laut Landrat Hans-Joachim Weirather konnten in den vergangenen Jahren auch viele weitaus größere Flächen deutlich aufgewertet werden.

„Mir liegt das Thema Artenvielfalt sehr am Herzen – ob als Landrat, Fischereipräsident oder langjähriger Mitarbeiter des Umweltministeriums“, betont Landrat Hans-Joachim Weirather. „Wir realisieren nicht nur auf unseren eigenen Flächen entsprechende Maßnahmen – sei es in Naturschutzgebieten oder an unseren Kreisstraßen, sondern haben mit verschiedenen Projekten auch Bürger, Gemeinden und andere Einrichtung ins Boot geholt.“

Umgesetzt wird das Ziel, die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern, zum Beispiel mit dem Landschaftspflegeverband (LPV). Dieser betreut 244 Hektar Flächen im Eigentum des Landkreises. Dazu gehören zum Beispiel biologisch wertvolle Flächen in Naturschutzgebieten. Diese werden vom Verband gepflegt, damit die Lebensräume von seltenen Pflanzen und Tieren erhalten bleiben. Ferner legte der Landkreis Blumenwiesen auf Kreisverkehren, Mittelinseln oder an Straßenrändern an. Aktuell arbeitet der Kreis an einem Konzept, wie an den Kreisstraßen noch mehr für die Natur getan werden kann.

Darüber hinaus unterstützt der Landkreis den LPV bei verschiedenen weiteren Maßnahmen: So gewinnt der LPV im Rahmen des Projekts „100 Auen – 100 Arten“ Saatgut auf artenreichen Unterallgäuer Flächen und bringt diese Samen auf verarmtem oder neuangelegtem Grünland aus. Gemeinsam mit dem LPV fördert der Landkreis zudem die Anlage von Streuobstwiesen – in den vergangenen Jahren wurden so Streuobstwiesen mit 700 Bäumen neuangelegt.

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Zusammen mit dem Verband umgesetzt werden sollen auch die Ergebnisse der vor kurzem durchgeführten Naturschutzfachkartierung. Im Rahmen der Erhebung schlugen Experten verschiedene Maßnahmen vor, die die Artenvielfalt im Unterallgäu erhalten und verbessern könnten. So sollen zum Beispiel weitere Kleingewässer entstehen, Ausgleichsflächen bewusst in der Nähe von Lebensräumen bedrohter Arten angelegt und lichte Waldränder und extensiv genutztes Grünland erhalten werden. Ferner setzt sich der Landkreis mit der Kiebitz-Soforthilfe für den seltenen Vogel ein, fördert eine naturnahe Land- und Waldbewirtschaftung über ein staatliches Programm und unterstützt diverse andere Projekte zum Erhalt bedeutsamer Arten im Kreis wie zum Beispiel des Löffelkrauts.

Um auch die Öffentlichkeit zu motivieren, etwas für die Artenvielfalt zu tun, startete der Landkreis 2012 gemeinsam mit der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim die Aktion „Unsere Schulen blühen auf“. Zunächst wurde Saatgut an Schulen verteilt, um das Nahrungsangebot für Insekten zu fördern und bereits Kinder und Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren. Von 2013 bis 2017 wurde die Aktion unter dem Titel „Unser Landkreis blüht auf“ ausgeweitet und es entstanden auch in vielen Gemeinden und privaten Gärten Blumenwiesen. Parallel dazu lief 2014 das Projekt „Mehr Bunt im öffentlichen Grün“ mit der Anlage von naturnahen Grünflächen vor öffentlichen Gebäuden. 2018 wurden unter dem Motto „Wir sorgen für die ersten Blüten im Jahr“ Blumenzwiebeln an Gemeinden verteilt. Darüber hinaus schenkt der Landkreis seit 2014 im Rahmen des Projekts „Mehr Bäume für den Klimaschutz“ jeder Gemeinde, die dies möchte, einmal im Jahr einen Baum. Auch Bäume sind Lebensräume für viele bedrohte Arten.

Zusätzlich setzt sich Landrat Hans-Joachim Weirather auch als Fischereipräsident für die Artenvielfalt ein und fordert, dass Schutzstreifen an Gewässern in Bayern wie in anderen Bundesländern Pflicht werden. Diese könnten als Puffer dienen, um Einschwemmungen aus der Landwirtschaft zu verhindern. Denn diese Einträge führen laut Weirather dazu, dass der Boden der Bäche verschlammt – die meisten Fischarten benötigen zur Fortpflanzung aber sauberen Kies. „Finden Sie nur noch Schlamm, können sie nicht mehr laichen und sind vom Aussterben bedroht.“ Mit dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren, das eine direkte Folge des Bürgerbegehrens „Rettet die Bienen“ darstellt, kann diese Forderung nun endlich erfüllt werden, so Landrat Weirather.

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