Ökourlaub im Allgäu?
Hopfen am See (ots) – Tourismus wird von manchen als Klimakiller bezeichnet. Die Reiselust schlägt sich negativ in der CO2-Bilanz nieder. Dass Reisen und Urlaub nicht zwangsläufig klimaschädlich sein müssen, zeigt das Allgäuer Biohotel-Wellness-Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen am See. Die Energiebilanz dort ist so hervorragend, dass Urlaub bei Eggensberger eigentlich als umweltschonend bezeichnet werden müsste. Mit seinen Ambitionen gilt das 4-Sterne-Hotel im Allgäu als Vorreiter für die Region.
Die Gäste schätzen vor allem die schöne und intakte Natur, die man schützen müsse, sagt Biohotelier Andreas Eggensberger. Der 40-jährige Hotelchef lebt die Schonung von Naturressourcen privat wie beruflich. Angefangen mit einem Kurhotel aus Familienbesitz hat er den Altbau aus den 70er Jahren konsequent über die Jahre zum Bio-Wellness-Hotel “ökosaniert”. Eggensberger ist ein Überzeugungstäter im positiven Sinn, modern und fern jeglicher 68er-Mentalität. Ihm gehe es darum, so viele regionale Produkte in die Wertschöpfung aufzunehmen wie möglich, ohne die Region zu belasten. Ökologisch denken und arbeiten ist sein Credo. Anders lässt sich nicht nachvollziehen, warum er noch einige Euros drauflegt, damit seine Gäste preiswert mit dem hauseigenen Biogas-Auto das Allgäu erkunden können.
Der Hotelchef realisiert laufend Maßnahmen zur Verbesserung der ohnehin schon positiven Ökobilanz. Strom wird aus der lokalen Wasserkraft gewonnen. Das hat er sich vertraglich zusichern lassen. Speisereste werden in die nahe gelegene Biogasanlage transportiert. Der dabei eingesetzte LKW fährt natürlich mit Biogas. Von dort kommt Methan aus 100 Prozent Bioabfällen zurück und wird rückstandsfrei im hauseigenen Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung verbrannt. Biogas aus Genmais wollte der Hotelchef nicht. “Mir widerstrebt der Gedanke, dass auf den Äckern Genpflanzen für die Energieversorgung angebaut werden.” Biodiversität und grüne Gentechnik vertrage sich nicht.
Hotelchef Eggensberger schaut nicht nur auf wirtschaftliche Zahlen. Er hat auch ein Nachhaltigkeitscontrolling eingeführt. Darin enthalten ist etwa die CO2-Bilanz der Biolebensmittel. Da kann es vorkommen, dass die Kiwi aus Klimaschutzgründen gehen muss und stattdessen der heimische Bioapfel serviert wird. 20 Prozent seiner Gäste kommen mittlerweile mit der Bahn, sagt Eggensberger. Ein kostenloser Hoteltransfer vom Bahnhof und “Öko-Mobilität vor Ort” sollen diese enorme Quote noch verbessern. Dazu steht seit März europaweit erstmalig, eine hauseigene Biogastankstelle, auch für das hoteleigene Biogasfahrzeug den Gästen zur Verfügung