Schwindenmoos ist renaturiert

18.10.2021 Landkreis Ostallgäu. In Kooperation mit der Stadt Marktoberdorf als Grundeigentümerin hat der Zweckverband Allgäuer Moorallianz zahlreiche Dämme in Entwässerungsgräben eingebaut.

Die Renaturierungsmaßnahmen im Schwindenmoos bei Marktoberdorf sind abgeschlossen. Mit Erfolg: Der Torfkörper ist wieder nass und kann seine Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher übernehmen. Neue Lebensräume für Libellen, Schmetterlinge, Vögel oder Reptilien wurden geschaffen und können sich nun weiter ungestört entwickeln.

Bei einer gemeinsamen Begehung im Rahmen der Klimawoche Ostallgäu haben sich Landrätin und Zweckverbandsvorsitzende Maria Rita Zinnecker, Bürgermeister Dr. Wolfang Hell, Mitglieder des Stadtrates und der Verwaltung der Stadt Marktoberdorf und weitere Beteiligte über die Maßnahmen informiert.

Zinnecker betonte bei ihrer Einführung die Bedeutung der Arbeit der Allgäuer Moorallianz: „Die Renaturierung des Schwindenmooses ist ein weiterer erfolgreicher Schritt bei der Moorrenaturierung im Allgäu. Moore nehmen CO? auf und speichern damit dauerhaft Kohlenstoff. Intakte Moore speichern aber auch viel Wasser. Sie leisten damit nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zum Hochwasserschutz in Form von natürlichen Retentionsräumen. Außerdem sind sie wichtige Lebensräume für viele typische, spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, für die die Allgäuer Moore eine bundesweite Verantwortung haben.“

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Bürgermeister Dr. Hell würdigte die sehr gute Zusammenarbeit mit der Allgäuer Moorallianz und betonte, dass alles, was wir heute gegen den Klimawandel unternehmen, unseren Kindern und deren Kindern zu Gute kommen werde. Ein globaler Schutz der Moore erfordere aber auch den Verzicht auf die Verwendung von Gartentorf und Torferde. Die Stadtgärtnerei sei bereits angewiesen, dies umzusetzen.

Das Schwindenmoos mit einer Gesamtgröße von knapp 40 Hektar liegt etwa 10 Kilometer südöstlich von Marktoberdorf. Eigentümerin ist die Stadt Marktoberdorf. Durch den vormaligen gewerblichen Torfstich entstanden hier mehrere ausgedehnte Torfstichbecken.

Nun wurden verschiedene Dammbauwerke erstellt mit dem Ziel, die entwässernden Gräben und Torfstiche in geeigneter Weise wiederzuvernässen.

Aufgrund dieser Vernässung war das Gelände nur mit Spezialmaschinen und dem Einsatz von Baumatten sowie temporärer Baustraßen aus Rundholzstämmen erreichbar.

Die Rundholztrasse wird nach Abschluss aller Arbeiten vollständig entfernt. Außerdem werden aktuell noch Korrekturen an den Umlaufgerinnen nachgearbeitet.

Den jetzigen Renaturierungsarbeiten gingen in den Jahren 2006 und 2011 bereits erste Anstauarbeiten im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien und des Bayerischen Klimaschutzprogramms 2050 voraus.

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Mit den nun durchgeführten Baumaßnahmen wurden die Renaturierungsarbeiten im Schwindenmoos final zum Abschluss gebracht. Die bereits bestehenden Dämme wurden sinnvoll ergänzt, um eine größere Flächenwirkung zu erreichen. Einige ältere Dämme waren durch die Aktivitäten des Bibers in Mitleidenschaft gezogen worden und wurden im Zuge der Baumaßnahmen saniert.

Die Kernbereiche des Spirken-Hochmoors sollen sich fortan selbst entwickeln können. Eine forstliche Nutzung findet nur noch auf randlichen, wegenahen Teilflächen statt.

Eckdaten zum Projekt Allgäuer Moorallianz:

Bundesprojekt chance.natur Allgäuer Moorallianz

Träger des Projektes: Zweckverband Allgäuer Moorallianz

Finanzierung: 75 % Bund, 15 % Land, 10 % Zweckverband

Laufzeit der Umsetzungsphase 10 Jahre (2012–2022)

Aktuell wird vom Bundministerium für Umwelt, dem Bundesamt für Naturschutz und dem Bayerischen Umweltministerium über eine Fortführung des Projektes entschieden, eine Verlängerung wurde vom Projektträger bis Ende 2030 beantragt

Die Kreisgremien der Landkreise Ober- und Ostallgäu haben sich bereits für eine Fortführung des Projektes ausgesprochen und die weitere Kofinanzierung zugesichert

Reine Baukosten Schwindenmoos bisher rd. 200.000 EUR

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