Stadt Wangen appelliert an die Bürger auf dem Grünmüllplatz auch wirklich nur Grünmüll abzugeben

25.5.2020 Wangen im Allgäu. Der Grund: die Entsorgerfirma Schmid in Tettnang macht Druck. Denn aus dem Grünmüll kommt viel zu viel Material, das auf Feldern nichts verloren hat.

Detlef Huber, Leiter des Steueramts und zuständig für das Entsorgungsthema, ist wahrlich einiges gewöhnt in Sachen unsachgemäßer Abfallentsorgung. Doch was ihm kürzlich die Entsorgerfirma vorführte, hat selbst ihm fast die Sprache verschlagen. Eine Fläche von acht Quadratmetern geschredderter Fremdstoffe, vor allem aus Plastik, musste er zur Kenntnis nehmen.

„Das waren 250 Liter Müll, die in sechsstündiger Arbeit von drei Fußballfeldern großen Äckern abgesammelt worden war“, erzählt er. Der Landwirt, auf dessen Feldern der schadhafte Kompost landete, drohte mit einer Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung.

Die Folge aus der eigentlich sinnlosen, weil vermeidbaren Sammelaktion: Das Unternehmen rechnet mit der Stadt ab. „Das sind keine Kleinigkeiten“, sagt Huber. In den derzeitigen Abfallgebühren sind solche Aktionen nicht enthalten.

Die Mitarbeiter am Wertstoffhof haben zwar ein strenges Auge, auf das was an Grünmüll gebracht wird, und dennoch ist es offensichtlich allzu oft möglich, Unrat unter die kompostierbaren Abfälle zu mischen.

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Vom Adventskranz, der im Frühjahr entsorgt wurde, über Plastik-Pflanztöpfe, Fußmatten, Plastikflaschen oder Tüten reicht die Palette – mindestens. In den letzten Jahren vergeht kaum ein Frühjahr oder Sommer, in dem sich die zuständigen Mitarbeiter fragen, wie sie die Bürgerinnen und Bürger dazu bringen können, nur das zu entsorgen, was auch in den Grünmüll gehört.

„Ich kann immer wieder nur appellieren“, sagt Detlef Huber. Sollte keine Besserung eintreten, müsste die Stadt zusätzliches Personal einstellen, das Aufsicht führt und gegebenenfalls auch nachsortiert. Diese Kosten müssten die Bürgerinnen und Bürger dann mit den Abfallentsorgungsgebühren tragen. „Im schlimmsten Fall müssten wir die Schließung des Grünmüllplatzes erwägen“, sagt Huber. Diesen Fall will er im Sinne der Bürgerschaft unter allen Umständen vermeiden.

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Daten und Fakten

Die Stadt liefert jährlich 2900 bis 3000 Tonnen Grünmüll an, der für die Bürger ohne zusätzliche Kosten entsorgt wird. 170.000 Euro kostet dies die Stadt derzeit pro Jahr.

Die Stadt Wangen bittet nun die Bürgerinnen und Bürger, die ihren Gartenabfall beim Bauhof entsorgen, sorgfältig darauf zu achten, dass keine Fremdstoffe darunter sind. Denn nur so kann die Grünmüllablieferung funktionieren.

Die Firma Schmid erläutert, welche Stoffe in den Grünmüll gehören:

•    Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern.

•    Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpflanzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung

•    Laub- Hecken und Rasenschnitt, Blumen- und Pflanzenreste

Gummistiefel (Foto: Stadt Wangen)
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