Auftakt zu neuem Bundesförderprogramm „Sprach-Kitas“

29.2.2016. Von 161 Kindern in der Kindertageseinrichtung am Wartburgweg wachsen 139 zweisprachig auf. Zu Hause sprechen sie ihre jeweilige Muttersprache, im Kindergarten lernen sie Deutsch, schilderte Kita-Leiterin Barbara Schelle die aktuelle Situation und den damit verbundenen dringenden Bedarf einer Spracherziehung bei der Auftaktveranstaltung für ein bundesweit angelegtes Förderprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“.

Mit rund 100 000 Euro aus Bundesmitteln wird jeder teilnehmende Kindergarten in den kommenden vier Jahren gefördert, indem pro Einrichtung eine zusätzliche halbe Stelle für eine Sprachförderkraft geschaffen wird, informierte Thomas Geyer, städtischer Fachberater für Kindertageseinrichtungen.

In der Stadt Memmingen nehmen der Fröbel-Kindergarten und die Kindertageseinrichtungen Im Mitteresch, Westermannstraße, Stadtweiherstraße und Wartburgweg am Programm teil. Sie bilden einen Verbund mit neun weiteren Einrichtungen in den Landkreisen Unterallgäu und Neu-Ulm. „Seit vielen Jahren engagieret sich die Stadt Memmingen schon sehr stark in der Sprachförderung und finanziert eigene Spracherzieherinnen. Ich freue mich, dass wir nun durch dieses Programm unterstützt werden“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Seinen Dank richtete er auch an Bundestagsabgeordneten Stefan Stracke, der sich für dieses Programm engagiert habe.

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Um die Arbeit im Verbund der 14 Kindertageseinrichtungen zu koordinieren, schafft die Stadt Memmingen eine neue, ebenfalls vom Bund geförderte Halbtagsstelle, die die Sprach-Fachberaterin Alexandra Gaisser übernimmt. „Wir planen sowohl Inklusion als auch die Arbeit mit Familien auszubauen“, erklärte Gaisser zukünftige Schwerpunkte des Konzepts. Durch eine in den Kindergartenalltag integrierte sprachliche Bildung soll der Spracherwerb bei den Kleinen angeregt und gefördert werden.

Das neue Programm „Sprach-Kitas“ richtet sich vor allem an drei- bis sechsjährige Kinder. Es folgt dem Ende 2015 abgeschlossenen Programm „Frühe Chancen“, das Krippenkinder als Zielgruppe hatte und an dem einige der 14 Kindertageseinrichtungen bereits teilgenommen hatten. So gibt es in manchen Kindergärten bereits Sprachförderkräfte, andere sind dagegen noch auf der Suche nach einer geeigneten Fachkraft, wurde bei einer Vorstellung der teilnehmenden Kitas deutlich. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Förderprogramm ist ein hoher Prozentsatz an Kindern mit Migrationshintergrund in der Einrichtung.



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